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EU- Zulassung Nr.:
 DE-HE 10244 EG 

.....Über 135 Jahre Metzgerei Fecher,

da ist ein kleiner Ausflug in die Geschichte unseres Hauses erlaubt.

 

Gegründet wurde unsere Metzgerei 1874 von Wilhelm Ferdinand Spahn mit seiner Frau Margarete. Vorher war in diesem Haus der Städtische Kindergarten.

1872 wurde August Fecher geboren. Er war einer von 3 Gebrüder aus der Brauerei Fecher und kam als Lehrling zu Wilhelm Ferdinand Spahn.

Nach der Lehre fuhr August Fecher als Schiffsmetzger auf einer Schiffslinie nach Amerika. 1897 kam er wieder nach Seligenstadt zurück und heiratete die Tochter seines Lehrmeisters, eine geborene Spahn.

Für 2 Familien war das Geschäft zu klein, denn Seligenstadt hatte zu dieser Zeit nicht viele Einwohner und die meisten Einwohner waren über den Winter durch Hausschlachtungen Selbstversorger.

So entschied sich Wilhelm Spahn das Traditionsreiche Gasthaus „zum Wilden Mann“ in Aschaffenburg zu übernehmen und seinem Schwiegersohn die Metzgerei zu überlassen.

Ab dem 1. Dezember 1898 hieß dann die ehemalige Metzgerei Spahn „Metzgerei August Fecher“.

1899 wurde dann Jakob Fecher geboren und lernte bei seinem Vater Metzger.

Nach dem ersten Weltkrieg kam er verwundet zurück, ging als Metzgergeselle in die Fremde und arbeitete in Erfurt, Osnabrück und Frankfurt, bis ihm sein Vater, der schwer herzkrank war, 1931 das Geschäft übergab.

Jakob Fecher hatte mittlerweile seine Frau Frieda, die aus der Bad Orber Metzgerei Fries stammte geheiratet.

Zu dieser Zeit gab es in Seligenstadt 24 Christliche und Jüdische Metzgereien.

Aus der Ehe von Jakob und Frieda Fecher gingen 2 Söhne August und Adolf hervor. Das Geschäft hatte einen guten Aufschwung. So entschloss man sich 1937 für einen Neubau der Metzgerei.

So wurden 1938 zwei Häuser am jetzigen Standort abgerissen und es wurde das jetzt noch stehende Haus gebaut.

Auch das erste Auto wurde angeschafft, doch weil mein Großvater kein Parteibuch hatte, schon bald stillgelegt.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Währungsreform, lernte mein Vater August Metzger. Er erweiterte  nach der Lehre in Bad Homburg, Düsseldorf und Frankfurt seine Kenntnisse in erstklassigen Metzgereien machte anschließend auf der Frankfurter Fleischerschule Heyne seine Meisterprüfung und lernte in Ingelheim Wiltrud, eine Metzgertochter kennen.

Meine Eltern August und Wiltrud feierten dann 1961 Hochzeit, so lag es für meine Großeltern nahe, das Geschäft zu übergeben.

1964 kam ich und 1968 meine Schwester Bärbel zur Welt.

Es wäre müßig alle Neuerungen, Ladenerweiterungen und Umbauten aufzuzählen.

1977 wurde das Nachbarhaus Nr.35 erworben. Mit Einverständnis der Denkmalpflege durfte das Anwesen abgerissen und unter Verwendung aller alten Fachwerkteile wieder aufgebaut und in die Häuserinsel 31-33-35 integriert werden.  1994 wurde das Anwesen Jakobstraße 1 gebaut. 2002 dann das Anwesen Jakobstraße 4.

Auch ich entschloss  mich, nach der mittleren Reife in die Fußstapfen meiner Vorfahren zu treten, lernte in Offenbach bei der bekannten Metzgerei Dietz und absolvierte  direkt nach der Ableistung des Wehrdienstes ebenfalls in Frankfurt bei der Fleischerschule Heyne die Meisterprüfung.

1991 heiratete auch ich eine Metzgertochter. Andrea Schnellbacher aus Hausen, eine halbe Seligenstädterin, denn meine Schwiegermutter stammt aus einer bekannten Seligenstädter Metzgerei.

1993 übergaben meine Eltern an uns die Metzgerei und im gleichen Jahr kam unser Sohn Frederic, vielleicht die 6 Generation zur Welt.

Zwischen 1996 und 2007 wurde das ganze Haus renoviert, die Produktion neu gestaltet und 2 Küchen eingerichtet.

Alle Lagerräume und die Personalräume wurden auf den hygienisch und technisch aktuellsten Stand gebracht.

Der Verkaufsraum ist 2001 neu gestaltet worden. Im Herbst 2007 wurde dann der Bistrobereich angegliedert.

Der ganze Betrieb ist heute auf dem modernsten Stand und in der Produktion sowie im Partyservice sehr leistungsfähig.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Tätigkeit in unserer Metzgerei ganz gewandelt. Wo früher noch bei den Bauern das Vieh geholt und geschlachtet werden musste füllt heute das Herstellen von küchenfertigen Produkten die Arbeitszeit aus. Wurden früher unter schwersten Bedingungen wenige Sorten Wurst hergestellt, so sind es heute über 80 Wurstsorten, die wöchentlich nicht nur für den Verkauf sondern auch für Lieferungen produziert werden.

Auch im Verkauf hat sich vieles gewandelt. So sind heute eine heiße Theke ebenso selbstverständlich wie fertige Mittagessen.

Beim Festservice wird von der Spülmaschine über Grills und Riesenpfanne  bis zu Teller und Besteck und Kühlwagen alles geboten.

Ein Partyservice, der von der Vorspeise über die Hauptspeise bis zum Dessert alles bietet rundet das Angebot unser Metzgerei ab.

Mit dem neuen in 2007 fertig gestellten Bistrobereich sind wir für die Zukunft bestens gewappnet.

Im gesamten Betrieb wird das HACCP Konzept, das vergleichbar mit der ISO Zertifizierung in der Industrie ist, durchgeführt. Dadurch ist eine lückenlose Hygiene und Fehlerkontrolle möglich.

Als erster handwerklicher Betrieb im Kreis Offenbach haben wir 2009 die EU- Zulassung erhalten.

Der Einsatz der modernen Rauchanlage mit Abgasreduzierung, sowie der Einsatz eines neuen leisen Hochleistungskutters und die eigene Kläranlage zeugen vom Umweltbewusstsein unserer Familie. Übrigens konnte durch Wärmerückgewinnung und Energiesparende Maschinen der Energieverbrauch in den letzten Jahren stark reduziert werden.

Wir sind in den über 135 Jahren zwar nicht so groß geworden wie manche Filialisten und Großbetriebe. Nein wir sind immer noch bodenständig und Seligenstadt als Heimat verbunden.

 

 
© 2010-2012 by Richard Fecher zuletzt aktualisiert am 05.02.2012 12:20